So kann es nicht weitergehen: Paradigmenwechsel im Management.

Ich habe vor einigen Monaten über einen von mir gehaltenen Vortrag ein Interview mit den „Westfälischen Nachrichten geführt. Sie finden hier im Folgenden eine geringfügig überarbeitete Version zum Thema:

So kann es nicht weitergehen: Paradigmenwechsel im Management.

Was meinen Sie, wenn Sie von einem Paradigmenwechsel im Management sprechen? Wodurch ist dieser gekennzeichnet?

Von einem Paradigmenwechsel kann man sprechen, wenn sich die prinzipiellen Grundlagen des Handelns im Management fundamental verändern. Aktuell herrscht im Management nach wie vor eine zahlenorientierte und mechanistische Denk- und Handlungsweise vor. Die zunehmende Komplexität im Management erfordert allerdings Problembearbeitungsmethodiken, die eher die kollektive Intelligenz der Organisation nutzen, als sich auf Allmachts- und Allwissenheitsphantasien einzelner „heroischer“ Manager zu verlassen. Die Aufgabe des „postheroischen“ Managements wäre es daher, in der Organisation geeignete Austausch- und Reflexionsmechanismen unter größtmöglicher Einbindung der Mitarbeiter zu etablieren, um den Herausforderungen der Zukunft proaktiv zu begegnen.

Sie sprechen von verbreiteten „dysfunktionalen Verhaltensmustern“ im Management von Unternehmen. Welche sind das zum Beispiel?

Hier kann man mit einem Zitat von Karl Deutsch antworten: „Macht ist die Lizenz, nicht lernen zu müssen.“ Die Herausforderungen an moderne Manager sind andere als in der Vergangenheit. Mit Sprüchen wie, „wer den Teich austrocknen will, darf nicht die Frösche fragen“, ist heutzutage kein Staat mehr zu machen. Die Gestaltung von Veränderungsprozessen zählt mit zu den „erfolgskritischen“ Managementkompetenzen in der aktuellen Situation. Solange den verantwortlichen Führungskräften nicht bewusst ist, dass solche Aufgaben eine professionelle „Prozesskompetenz“ erfordern, wird man eher „Beteiligte zu Betroffenen machen“ als „Betroffene zu Beteiligten.“

Wie könnte es auch anders gehen?

Wir benötigen einen tiefgreifenden Kulturwandel in den Unternehmen. Damit meine ich, dass man das eigene Managementhandeln zum Gegenstand der Reflexion und des gemeinsamen Lernens macht. Es muss zum Standard im Management werden, im Rahmen von kollektiven Strategieentwicklungsprozessen, die entsprechenden Change-Management-Prozesse mitzudenken, zu planen und kontinuierlich zu begleiten.

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